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Reisen und Ausflüge

Sterne beobachten im Eifler Sternenpark: Wenn im Dunkele de Stääne funkele

Christoph Dröge · 25.03.2026

Die Sternbilder in den Händen hält Sternenführer Rainer Kuhl. Foto: © Naturpark Eifel, Nils Nöll

Die Sternbilder in den Händen hält Sternenführer Rainer Kuhl. Foto: © Naturpark Eifel, Nils Nöll

Schonmal einen Meteor beobachtet? In Köln ist es nachts zu hell, um Sterne gut zu beobachten. Dafür lohnt sich ein Besuch im Eifler Sternenpark. Am Samstag, 28. März ist Astronomietag!

Wer den wahren Nachthimmel erleben will, muss Köln hinter sich lassen. Denn die allermeisten Sterne werden von dem künstlichen Licht überstrahlt, das von der hell erleuchteten Stadt und ihrem Industriegürtel ausgeht. Darum stehe ich nun mitten in der Nacht auf einem Hügel in der Nähe von Effelsberg bei Bad Münstereifel und sehe zu, wie das „Sommerdreieck“ am dunklen Himmel aufgeht. „Das sind die drei hellsten Sterne, die im Sommer am Himmel zu sehen sind: Die Wega im Sternbild Leier, Deneb im Sternbild Schwan und Altair im Sternbild Adler“, erklärt Rainer Kuhl, der mich und die anderen Sternengucker hergeführt hat.

Dunkle Himmelsplätze

Kuhl ist Sternen-Guide beim „Nationalpark Eifel“. Die „International Dark Sky Association“, eine Organisation, die sich dem Schutz der nächtlichen Umwelt widmet, hat dem Park den Zusatz-Titel „Internationaler Sternenpark“ verliehen. Bereits seit 2014 ist er offiziell ein „Dark Sky Place“: ein Ort mit wenig Lichtverschmutzung und besonders dunklem Nachthimmel. Sieben so zertifizierte Orte gibt es inzwischen in Deutschland.

Rund um den Park wurden zehn „Sternenblicke“ eingerichtet, um die völlige Dunkelheit erlebbar zu machen. Das sind Plätze zum Verweilen, mit Info-Tafeln über Astronomie und Sitzliegen, auf denen sich die Sternenpracht betrachten lässt, ohne Nackenschmerzen zu bekommen.


Foto: @wirestock / Freepik

Laserpointer über Effelsberg

Das Band der Milchstraße kann ich heute vom Effelsberger Sternenblick aus nicht erkennen, denn es ist Sommersonnenwende und selbst um Mitternacht ist noch ein heller Streifen am Horizont auszumachen. „Deswegen sind die Bedingungen im Winter günstiger“, erklärt Kuhl, „dann kann man auch früher am Abend anfangen.“ Neben der Jahreszeit sind auch die Mondphasen für den Blick zu den Sternen entscheidend.

Aber auch ohne Milchstraße spannt sich ein prachtvolles Sternenzelt über uns auf. Ich lerne die Namen weiterer Sterne, wie Arkturus, Sirius, Aldebaran oder Regulus, und wo sie zu finden sind. Kuhl pickt die genannten Sterne mit seinem grünen Laserpointer mit erstaunlicher Sicherheit aus zahllosen Lichtpunkten heraus.

Sternenführungen wie diese bietet der Nationalpark seit 2022 an. Kuhl ist einer von dreißig ausgebildeten Guides, die sowohl offene als auch Führungen für Gruppen leiten. Das Angebot wird immer beliebter, die Führungen sind oft Monate im Voraus ausgebucht. „Sogar aus dem Ruhrgebiet reisen die Leute an, um die Sterne zu sehen“, sagt Kuhl. Das Pärchen in den Vierzigern, das heute dabei ist, hatte es nicht ganz so weit – sie kommt aus Köln, er aus Weilerswist. „Ich habe einfach eine Faszination für den Weltraum, darum habe ich mir die Tour zum Geburtstag schenken lassen“, erzählt sie. 

Unerschöpfliches astronomisches Wissen

Unser Tourleiter ist ein unerschöpflicher Quell an astronomischem Wissen: Wir erfahren, dass die Menschheit schon vor 3.000 Jahren begonnen hat, die Sterne zu beobachten, dass die Sternbilder auf Römer und Griechen, die Namen der Sterne aber auf die Ägypter zurückgehen. Oder dass der Kosmos gut 13 Milliarden Jahre alt ist und die Galaxie der Milchstraße nur unwesentlich jünger. „Ich fühle mich um Millionen Jahre gealtert“, scherzt eine der Zuhörerinnen.


Besonders gedämpftes Licht ermöglicht Wegorientierung, ohne die Sicht auf die Sterne zu beeinflussen. Foto: © Naturpark Eifel, Nils Nöll

Kuhl hat ein Teleskop aufgebaut, dick wie ein Ofenrohr. Damit kann er Dinge zum Vorschein bringen, die dem bloßen Auge verborgen bleiben, wie zum Beispiel den Doppelstern Albireo im Sternbild Schwan. „Durch das Teleskop sieht man, dass die beiden Sterne unterschiedliche Farben haben“, so Kuhl, „einer ist gelb, der andere blau.“ Ebenfalls eine Attraktion ist der Kugelsternhaufen „M13“, in dem sich 50.000 Sterne zusammenballen. „Der ist wie eine kleine Galaxie innerhalb unserer Galaxie.“

Sterne über Köln

Kuhl selbst hat das Sternenfieber in den 1960er Jahren gepackt, als er zum zwölften Geburtstag sein erstes Teleskop geschenkt bekam. „Das war damals die Zeit der Mondlandung und ‚Raumpatrouille Orion‘, das Universum war unheimlich spannend“, erinnert er sich. Nach seiner Pensionierung zog er darum in ein Bauernhaus am Rand des Nationalparks, wo er sich eine eigene kleine Sternwarte im Garten baute. Ich allerdings fahre wieder zurück ins heimatliche Köln. Dort erwartet mich wie immer der blasse Kölner Nachthimmel. Und doch: Beim Blick hinauf erkenne ich das Sommerdreieck wieder.

Was ist Lichtverschmutzung?

Unter Lichtverschmutzung wird der Einfluss künstlicher Beleuchtung auf die nächtliche Dunkelheit verstanden. Das lässt nicht nur Sterne verblassen, sondern hat auch schädliche Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen, deren Tag-Nacht-Rhythmus gestört wird.

Tipps für die Sternbeobachtung

Entscheidend für einen guten Blick auf die Sterne sind ein ungetrübter Himmel, das Wetter, die Jahreszeit und die Mondphasen. 

Mondphasen auf www.der-mond.de

Mehr Tipps auf https://astronomiefans.de/sterne-beobachten-11-tipps-fuer-einsteiger/

 

Anleitung für Sternfotografie: www.sternenhimmel-fotografieren.de

Adressen:

Internationaler Sternenpark Eifel

Infos über Aussichtspunkte, Termine für Führungen und Unterkünfte:

www.nationalpark-eifel.de/de/nationalpark-erleben/sternenpark/

Nationalpark-Zentrum Eifel

Tel. 02444 / 915 74-0 (täglich 10 bis 17 Uhr)

E-Mail info@nationalparkzentrum-eifel.de

Buchung von Führungen:

www.erlebnis-region.de/sternenlandschaft/sternenfuehrungen/offene-sternenfuehrungen

Übernachtung:

Es gibt Beherbergungsbetriebe, die als „Sternen-Gastgeber“ zertifiziert sind – diese bieten etwa ein extra spätes Frühstück und eine spätere Abreise an.

Hilfreiche Apps:

Sies helfen, Sternbilder und einzelne Sterne zu identifizieren, zum Beispiel „Sky View“, „Mobile Observatory“, „Star Chart“ oder die „NASA App“ – beide sind für Android und iPhone erhältlich.

„Dark Sky Places“-dunkle Himmelsorte in Deutschland:

Dunkle Orte ermitteln: www.lightpollutionmap.info

Alle deutschen Dark Sky Places befinden sich in Naturschutzgebieten.

Sternenpark Havelland

www.dein-havelland.de

Sternenpark Rhön

www.biosphaerenreservat-rhoen.de/natur/sternenpark-rhoen

Sternenpark Winkelmoosalm 

www.sternenpark-winklmoosalm.de/

Sternenpark Bayrischer Wald

www.sternenpark.naturpark-bayer-wald.de/sternenpark-bayerischer-wald.html

Pellworm

www.pellworm.de/sterneninsel/

Spiekeroog

www.spiekeroog.de/erleben/naturerlebnis/sterneninsel

Im Anerkennungsprozess:

Schwäbische Alb

www.sternenpark-schwaebische-alb.de/

Mecklenburger Parkland

https://sternenpark-mv.de/Mecklenburger-ParkLand.html

Mecklenburg-Vorpommern

www.sternenpark-nossentiner-schwinzer-heide.de/

St. Andreasberg / Niedersachsen

www.sternwarte-sankt-andreasberg.de/

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Tags: Astronomie , Ausflugstipp , Eifel , Führung , Sterne , Sternenführungen , Tagesausflug